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WINKER UMBAUEN
 



Es besteht grundsätzlich die Möglichkeit, die Winkerspulen in einem Elektro-Fachbetrieb neu wickeln zu lassen. Der alte Drahtquerschnitt, der Innenwiderstand der Spule und die Drahtlänge werden dafür vermessen. Danach berechnet ein Elektrotechniker die entsprechenden Werte für die neue Spulenwicklung (Daumenwert: bei 12 V etwa doppelte Drahtlänge, bzw. halbierter Querschnitt, aber dies sind nur Näherungswerte!). Ziel muss dabei sein, bei etwa doppeltem Innenwiderstand der Spule die nötige Drahtwicklung innerhalb des maximal möglichen Spulendurchmessers unterzubringen. Desweiteren müssen die Sofittenbirnchen 6 V 3 W gegen gleichartige mit 12 V 3 W in den Winkern getauscht werden. Diese Birnchen sind heute noch von Osram erhältlich, werden aber standardmäßig auch in besser sortierten Autozubehörläden nicht angeboten, sondern müssen extra bestellt werden.

Wer sich den Aufwand mit dem Neuwickeln der Spulen nicht gönnen will, kann auch eine Alternative mit Zwischenschaltung eines Vorwiderstands wählen. Hierzu ist zu berücksichtigen, dass der Innenwiderstand einer Winkerspule original ca. 1,2 Ohm beträgt. Es dürfte reichen, einen gleichgroßen Leistungswiderstand vorzuschalten. Aber Vorsicht: Widerstände aus dem Elektronikbau eignen sich für den relativ hohen Stromfluss der Winker nicht! Es können nur Leistungswiderstände mit integriertem Kühlkörper benutzt werden. Ich selbst habe bei einem Umbau meines 1959er Käfers einen alten Endstufentrafo aus einem Röhrenradio als Vorwiderstand benutzt. Die Spule diese Trafos hat unter Last ca. 1,8 Ohm Widerstand. Eine Reihenschaltung mit den Winkerspulen war hier problemlos möglich, ohne dass die Bauteile sich übermäßig erwärmen würden!

Es ist übrigens möglich, mittels einer Zwischenschaltung von Schließerrelais die Winker auch parallel mit den Blinkern zu betätigen. Dies natürlich auch abschaltbar, da sie ja laut StVZO nicht am Fahrzeug betrieben werden dürfen. Ebenso besteht die Möglichkeit, die kombinierte Bremslicht-Blinkfunktion (rotes Blinklicht) über ein spezielles Relais zu verwenden. Einen speziellen Schaltplan kann ich bei Bedarf gegen Erstattung der Unkosten zusenden.

Das Vorschalten eines Vorwiderstands kommt übrigens auch für Scheibenwischermotoren in Betracht. Dann kann deren Umrüstung auf 12 Volt entfallen.

Alternativ kann auch ein 12-V-Wischermotor mit passendem Gestänge eingebaut werden. Hierbei ist zu beachten, dass die Wischer bis Modelljahr 1964 Rechtsablage in Ruhestellung hatten. Wird ein 12-V-Motor für Linksablage an ein älteres Gestänge für Rechtsablage angeschlossen, muss darauf geachtet werden, dass die Schubstange des originalen Rechtsablage-Gestänges beibehalten und wieder an der rechten Wischerwelle angeschlossen wird. Diese Stange ist nämlich etwas länger als die Stange mit Linksablage. Die Bolzen an Wischerwellen und Wischer- motoren, an denen die Stangen aufgesteckt werden, haben baujahresbedingt unterschiedliche Durchmesser. Die 6-Volt-Gestänge sind daher nur mit 12-V-Wischermotoren bis Modelljahr 1969 kompatibel. Wird ein neuerer Wischermotor verwendet, muss man sich entweder passende Ausgleichsbuchsen aus Messing drehen lassen oder die Schubstange selbst umbauen (1 alte und 1 neuere Schubstange in der Mitte (mit Überlappung 1 cm) teilen und die passenden Enden danach wieder mit Schweißpunkten verbinden.


Sofern der neue Wischermotor über mehr als 4 Anschlussklemmen verfügt, kann er zweistufig betrieben werden. Hierzu muss aber dann der passende 2-Stufen-Schalter eingebaut werden. Zu beachten ist, dass die Schalter ab Modelljahr 1968 im Anschluss-Stück dicker geworden sind und hierfür die Bohrung in der Armaturentafel aufgeweitet werden muss.




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