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SITZBEZÜGE ERNEUERN 1: DIE VORDEREN SITZE
 

Wenn Dein Käfer einen neuen Motor und eine neue Lackierung bekommt, dann darf auch die Sitzgarnitur nicht hinten anstehen. Natürlich kannst Du ganz einfach mit neuen Schonbezügen alles überdecken. Aber mit ein bisschen Liebe zum Detail kann das nicht die bevorzugte Lösung sein. Am Ende zählt einzig und allein das Fahrerlebnis.

Wichtig Vorab:
Wenn Du die beiden Vordersitze und die Sitzbank ausgebaut hast, ist ein guter Zeitpunkt gekommen, an dem Du mit Staubsauger und feuchten Tüchern bewaffnet den Innenraum Deines Käfers gründlich reinigen kannst. Wenn Du auch die Teppiche erneuerst, sollten keine Kleberreste am Untergrund verbleiben. Damit stellst Du sicher, dass der neue Teppich gut haften wird. Während Du die Polsterung in ihre Bestandteile zerlegst, mache Dir einige Notizen über die Konstruktionsweise, damit Du später keine Fehler machst. Sobald Du die neuen Bezüge im Haus hast, solltest Du sicherheitshalber das gesamte Set auf Vollständigkeit überprüfen, damit nicht später böse Überraschungen kommen.

An Werkzeugen brauchst Du nichts Außergewöhnliches. Stelle sicher, dass genug Sprühkleber vorhanden ist, dann kann nichts schief gehen.




 
Mit einer Zange müssen erst die Niet-Verbindungen auf der Seite des Sitzrahmens gelöst werden. Wenn diese beim Ausbau brechen, kannst Du später eine kleine Schraube und eine Mutter als Ersatz verwenden. Mit einem 10er-Schlüssel kannst Du die beiden Schrauben unten an der Rücklehne öffnen, damit Sitzfläche und Rückenlehne sich trennen lassen. Den alten Sitzbezug kannst Du ruhig vernichten, wie Du willst. Wichtig ist jedoch: Die 6 Metallstäbe zur Verstärkung der unteren Randbereiche des Bezuges müssen ganz bleiben. Die brauchen wir später wieder.
Sobald die Sitzrahmen freigelegt sind, kannst Du sie auf Beschädigungen überprüfen und ev. neu lackieren. Vorsicht ist geboten bei den 45 Metallspitzen, die für die Verankerung des neuen Bezuges wieder gerade ausgerichtet werden müssen. Die im Lieferumfang der meisten Sitzbezüge-Sets enthaltenen Sisal-Matten müssen 7 bis 8 cm größer als die Sitzfläche geschnitten sein, damit Du sie ordentlich befestigen kannst. Dazu gibt es spezielle Klammern; Du kannst hier aber auch improvisieren. Auf den Sisal muss jetzt ordentlich viel Sprühkleber, damit die Schaumstoffteile später nicht verrutschen können. Wenn dieser schön über die Kanten reicht, kannst Du ihn fest anpressen und den Kleber antrocknen lassen.
Nun wird’s schwierig. Der neue Bezug muss richtig sitzen. Achte darauf, dass er schön mittig ist und beginne, ihn vorne über den Rahmen und die beiden Metallspitzen zu ziehen. Lass Dich in dieser Phase nicht beunruhigen, der Bezug wird langsam aber sicher genau so aussehen, wie Du es haben willst. Die Metallspitzen am unteren Rand des Rahmens sind sehr spitz, daher ist große Vorsicht geboten. Rotes Blut macht sich nämlich nicht gut auf weißen Sitzen. Die Metallstäbe müssen jetzt wieder in Randlaschen. Sie geben dem Bezug zusätzlichen Halt und schützen ihn vor ausgerissenen Enden. Mit einer Schnur wird der neue Bezug zusätzlich noch gleichmäßig über den Rahmen gespannt. Wenn kein Helfer in der Nähe ist, kannst Du ein Ende der Schnur am Rahmen festzurren, dann spannen und das andere Ende verknoten.
Wenn alles fest verspannt ist, kannst Du mit einem Hammer die Spitzen umbiegen. Fertig ist die erste Sitzfläche. Die zweite geht mit steigender Erfahrung schon bedeutend einfacher zu bespannen. Nachdem Du die Rückenlehne ebenfalls mit Sisal überzogen hast, kommt wieder der Sprühkleber in Aktion, damit der Schaumstoff später nicht verrutschen kann. Zieh den Schaumstoff vorsichtig über den Rahmen und achte auf gute Passform, bevor Du ihn auf den Sisal presst.
Für die Rückseite genügt ein Stück Karton, das in die richtige Form geschnitten wird. Damit wird sichergestellt, dass die Rückseite schön glatt aussieht. Nachdem auch auf der Unterseite des neuen Bezuges eine dünne Schicht Schaumstoff angebracht ist, empfiehlt es sich, eine dünne Plastikfolie auf die Rücklehne zu kleben und danach den Bezug vorsichtig zu stülpen. Auch hier müssen die Enden mit den Spitzen fixiert und die Metallstäbe vorsichtig in die Laschen geschoben werden. Danach kannst Du den Sitz wieder zusammen schrauben und fertig ist der Sitz.
     
Bildquelle:
Volksworld 2003
   



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