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DEN KÄFER LACKIEREN
 

Die Lackierung ist die Spitze des Eisbergs namens „Käfer-Restauration“. Die meiste Arbeit, die damit verbunden ist, sieht man nachher nicht mehr – außer sie wurde nicht sorgfältig verrichtet.

Wenn Dein Budget noch Spielraum zulässt, ist der Weg zu einem Profi zu bevorzugen. Innerhalb weniger Wochen kann der Liebling dann in neuem Glanz nach Hause geholt werden.

Wenn es Dir so geht wie den meisten von uns, dann wirst Du wohl selbst Hand anlegen müssen.

Bevor Du beginnst
Zuerst muss das Auto für die Grundierung vorbereitet werden. Dazu ist es notwendig, alle Anbauteile wie Stoßstangen, Scheinwerfer und dergleichen zu entfernen. Optimal wäre auch der Ausbau diverser Verglasungen, damit die Dichtungen bei dieser Gelegenheit gleich erneuert werden können. Ganz zum Schluss werden wir auch die Kotflügel, die Seitenschweller und die beiden Hauben abschrauben.




 
Nachdem Du alle Teile entfernt hast, die nicht mitlackiert werden sollen, nimm Dir einen wasserfesten Stift und mache einen Rundgang um das Auto. Markiere dabei alle Stellen, die in irgendeiner Weise ausgebessert werden müssen. Verschaffe Dir einen genauen Überblick, damit Du später keinen Rostfleck vergisst. Achte besonders auf die Bereiche, die teilweise oder vollständig von Anbauteilen überdeckt werden. Reine Lackschäden brauchen nur geschliffen und mit Polyesterkitt ausgebessert werden. Roststellen, die nur oberflächlich sind, werden am besten mit Rostumwandler behandelt, gekittet und geschliffen. Wenn sich der Rost bereits durch das Blech gefressen hat, sollte der befallene Bereich ausgeschnitten und ein passendes Reparaturblech eingeschweißt werden.
Sobald Du dem Kitt den Härter zugibst, muss alles möglichst schnell gehen, sonst trocknet der Kitt bevor Du ihn dort hast, wo er hingehört. Daher empfiehlt es sich, nur kleine Portionen zu verarbeiten und dafür mehrere Schichten auf zu tragen. Zwischen jedem Auftragen kannst Du anfangs mit einem relativ groben Schleifpapier (80 oder 100) arbeiten später mit feineren Papieren (120 und feiner). Anfangs kannst Du trocken arbeiten, später würde ich aber mit Wasser und Nass-Schleifpapier arbeiten, weil die Flächen sauberer werden. Mit den Fingerkuppen fühlst Du jede Unebenheit. Umso genauer und sorgfältiger Du in dieser Phase arbeitest, desto besser wird später das Ergebnis! Zum Schluss kannst Du noch einen Sprühkitt – einen sogen. „Füller“ auftragen, der den idealen Untergrund für den neuen Lack bildet.
Sind alle Stellen fein verschliffen, so geht’s ans Finale. Der gesamte Wagen muss jetzt mit speziellen Tüchern von Schmutz und Fettresten befreit werden, damit der Lack optimal haften kann. Danach brauchst Du viel Papier und Plastikfolie zum Abdecken all jener Bereiche, die nicht lackiert werden sollen. Alle abgeschraubten Teile werden am besten auf diversen Ständern befestigt und einzeln lackiert. Bei senkrecht stehenden Teilen ist die Gefahr, dass Lack ab rinnt, sehr groß. Daher lieber weniger auftragen und zwei Mal drüber gehen. Wenn die Lackierbox vor dem Lackieren mit Wasserdampf ausgespritzt wird, können auch Teile in Bodennähe sauber lackiert werden.



 

Sind alle Teile lackiert, brauchst Du noch etwas Geduld, bis die Farbe ausgehärtet ist. Danach kannst Du Deinen Liebling wieder zusammen bauen. Investiere bei dieser Gelegenheit in diverse neue Gummidichtungen. Es gibt nichts schrecklicheres als einen neu lackierten Wagen mit alten, vergammelten Dichtungen.


Bildquelle: Volksworld 2003




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